Norbert Herrmann
Norbert Herrmann
Norbert Herrmann, Jahrgang 1947, lebt und arbeitet als freischaffender Maler und Grafik-Designer in einer Gemeinde im Kleinen Odenwald, nahe Heidelberg am Neckar. Der gelernte Fotofachverkäufer beteiligte sich als 20jähriger an der internationalen Beatnikbewegung und wurde Pflastermaler, reiste in der Welt herum, studierte dann an der Werkkunstschule/Fachhochschule für Gestaltung Mannheim freie und experimentelle Kunst bei dem Plastiker Hans Nagel, schloß bei dem Designer Wolf Magin das Studium mit ausgezeichneten Ergebnissen ab, studierte an der Universität Heidelberg Erziehungswissenschaften und Wahrnehmungspsychoplogie, beteiligte sich aktiv an der Studentenbewegung und arbeitet heute, neben seinen eigenen künstlerischen Projekten, für Wirtschaft, Industrie, Behörden und Agenturen. Bilder von ihm befinden sich im Besitz von Privatleuten und Unternehmen der Wirtschaft. Ausstellungen fanden bisher in Mannheim und Kornwestheim statt.

Der Redakteur und autodiktaktiche Künstler Jürgen Walla sagte anlässlich einer Ausstellung: "Norbert Herrmanns Bilder fordern zum Entdecken auf. Sein Thema und das Thema seiner Bilder ist die Ambivalenz.(....)Einfache geometrische Formen: Kreis, Quadrat, angeschnittene Kreissegmente, regelmäßig angeordnet, aber was geschieht jetzt? Welches Element ist im Vordergrund? Wieso wird der Vordergrund Hintergrund? Was ist innen, was außen? Chaos und Ordnung. Aus Ordnung wird Chaos, aus Chaos Ordnung. Diese Bilder leben, sie regen das Denken und die Phantasie an. Man beginnt dann zu verstehen, warum sie einem gefallen. Und man beginnt an der Sicherheit seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Vielleicht auch an Vorurteilen oder Überzeugungen, daß etwas "so ist", weil es so scheint. (...)"

Zu seiner künstlerischen Arbeit sagt Norbert Herrmann: "Innovationen sind meist Mischformen aus Bekanntem und Neuem, im Leben und so auch in der Kunst. Der Kubismus schaffte z.B. die klassische Figur / Grundbeziehung, d.h. die illusionistische, dritte Dimension in der modernen Kunst ab, behielt aber den Bezug zum Gegenstand in der Regel bei.
Meine Bilder sind auch eine kalkulierte Mischform. Man sieht auf den ersten Blick eine geometrische Abstraktion, aber gleich auch Räume und Schatten, also die dritte Dimension. Dies weist auf die Figuration hin, ohne, daß sie direkt thematisiert wäre. Es geht mir um allgemeine Prozesse unseres Zeitgefühls - deshalb allgemeine Grundformen -, die jeder wache Mensch unseres Kulturkreises kennt: Die Ambivalenz von sich widersprechenden Eindrücken, psychischen Dispositionen sowie Verhaltensweisen, angesichts der Vermengung von einst klar getrennten Ordnungssystemen wie das der Wirklichkeit und der Fiktion, die wahrscheinlich einmal als die gesellschaftliche und kulturelle Signatur unserer Zeit erscheinen wird.
Thema meines Projekts sind nicht spezielle Inhalte, die meines Erachtens sowieso im Rauschen der Ambivalenzen heutiger Kommunikationsformen untergehen und der medialen Bilderflut nur einige beliebige, persönliche Varianten hinzufügen könnten. So wichtig nehme ich mich nicht. Es kommt mir auf die Entwicklung und das sprunghafte Umschlagen von allgemeinen Wahrnehmungsformen an, die dem Chanchieren zwischen Realität und Fiktion, aber auch den zwiespältigen Konsequenzen unserer heutigen Zeit Ausdruck geben, nämlich oft nicht zwischen gut und schlecht, sondern nur zwischen mehreren Übeln entscheiden zu können, ohne die Distanz zur betrachtenden Person aufzugeben, die subjektive Inhalte immer entscheiden muß - so oder so!
Ambivalente Seherfahrungen zielen also in meiner Kunst darauf ab, eine visuell relativ starke Irritation zu bewirken, die man deutlich spürt. Diese Irritation mag Unsicherheit bedeuten, kann aber auch Lust machen, sich mit seinem oft widersprüchlichem Denken, Empfinden und Handeln auseinanderzusetzen, - ein Verhaltensrepertoiere, das in unserer komplizierten Welt schier unausweichlich wird.
Fazit: Der Sinn für Mehrdeutigkeit, Paradoxes, Differenz und Dissonanz wirkt dem fatalen, weitverbreiteten Hang nach rigoroser, willkürlicher Vereindeutigung komplexer Sachverhalte entgegen und ist zukünftig wichtiger denn je." (Vollständiger Text auf Anfrage)



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